ANFALLSARTEN

 
Grundsätzlich unterscheidet man epileptische Anfälle in zwei Hauptformen: fokale Anfälle und generalisierte Anfälle.

Fokale Anfälle finden nur an einem Ort im Gehirn statt. Dabei handelt es sich entweder um einen einfach-fokalen Anfall (das Bewusstsein bleibt erhalten) oder einen komplex-fokalen Anfall (mit Bewusstseinsstörungen). Breitet sich die nicht normale elektrische Aktivität während des Anfalls über das gesamte Gehirn aus, so spricht man von sekundärer Generalisierung.

Generalisierte Anfälle betreffen alle Hirnregionen gleichzeitig. Der Patient ist in der Regel bewusstlos oder deutlich bewusstseinsgetrübt.

 
Bei Personen mit Dravet-Syndrom sind die Anfälle allerdings oftmals nicht klassifizierbar, da sie häufig gemischt oder schnell wechselnd auftreten und es in Folge keine eindeutige Zuordnung mehr gibt.

Deshalb ist es für Aufsichtspersonen nicht vorrangig wichtig, jeden Anfall richtig einzuordnen bzw. benennen zu können, sondern diesen genau zu beobachten. Mit der Krampfbeschreibung können sich die behandelten Ärzte ein besseres Bild der Anfälle machen und somit besteht eine größere Chancen, ein geeignetes Medikament zu finden.

Folgende Fragen sollten einem Neurologen beantwortet werden können:

• Dauer des Anfalls in Minuten?

• Wann wurden welche Medikamente verabreicht?

• Zustand des Bewusstseins: klar, verlangsamt oder nicht vorhanden?

• Muskeltonus: verkrampft, schlaff oder rhythmisch bzw. nicht rhythmisch zuckend?

• Welche Muskelgruppen waren betroffen?

• Veränderte sich der Krampf im Verlauf?

Bestenfalls kann während des Krampfes eine Videoaufnahme erstellt werden.