EPILEPSIE-WÖRTERBUCH

 
Aura:
Manche epileptische Anfälle beginnen mit einer sogenannten Aura: Die Betroffenen bemerken dabei zum Beispiel ungewöhnliche Sinneseindrücke wie Kribbeln, Sehstörungen, leiden an Konzentrationsstörungen oder Halluzinationen. Einige spüren seltsame Empfindungen im Bauch oder sie haben das Gefühl zu schweben. Auch Schwindel oder merkwürdige Geschmacks- und Geruchseindrücke sind möglich. Die Aura leitet oft Anfälle mit Bewusstseinsverlust ein und wird deshalb auch „Vorgefühl“ genannt, nicht selten bleibt sie allerdings das einzige Symptom des Anfalls (einfach-fokaler Anfall).

 
EEG:
Mithilfe der Elektroenzephalographie kann die elektrische Aktivität des Gehirns gemessen und grafisch dargestellt werden. Im Zuge dieser Untersuchung registrieren mehrere Elektroden (beim Routine-EEG 21 Stück) an der Schädeloberfläche Spannungsschwankungen. Diese elektrischen Signale werden durch die Aktivität der Nervenzellen in der äußersten Schicht des Gehirns – der sogenannten Hirnrinde – verursacht. Die Untersuchung ist völlig schmerzlos, birgt keine Risiken und dauert in der Regel nur 15 – 30 Minuten.

 
Epilepsiehelm:
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Der Epilepsiehelm ist ein medizinisches Hilfsmittel (oft eine Sonderanfertigung für den jeweiligen Benutzer), welches den Kopf und teils auch das Gesicht vor gefährlichen Verletzungen bei unerwarteten Stürzen schützt.

 
 

 
Status Epilepticus:
Als Status Epilepticus bezeichnen Ärzte einen Anfall, der länger als zehn Minuten anhält – oder eine Serie von Anfällen, zwischen denen keine vollständige Erholung mehr stattfindet und welche länger als eine halbe Stunde anhält. Der Status epilepticus ist eine bedrohliche Situation, weil sich die Vitalfunktionen des Patienten massiv verschlechtern, bis hin zur Atemdepression oder Herzstillstand.

 
SUDEP (engl. sudden unexpected death in epilepsy):
…ist der plötzlich auftretende, ungeklärte Tod bei Epilepsiepatienten.
Für Menschen mit Epilepsie besteht (auch ohne akutes/vorangegangenes Anfallsgeschehen) ein erhöhtes Risiko, plötzlich und unerwartet zu sterben.

 
Todd‘sche Lähmung:
Dies ist eine vorübergehende Bewegungsunfähigkeit (Lähmung) eines Armes oder Beines (manchmal auch einer ganzen Körperhälfte) oder auch anderen neurologischen Ausfällen (zB Gesichtsfeldausfall) nach fokalen epileptischen Anfällen. Diese dauert meist nur ein paar Minuten bis Stunden, in ganz seltenen Fällen hält sie auch einige Tage an.